Wie viele Personen studieren ohne Abitur in Deutschland?
Im Jahr 2024 waren 69.215 Studierende ohne (Fach-)Abitur an einer Hochschule in Deutschland eingeschrieben. Das entspricht einem Anteil von 2,4 Prozent an allen Studierenden im Bundesgebiet. Die Quote bleibt unverändert auf dem bisherigen Höchstwert. Im Zeitverlauf zeigt sich ein deutlicher Anstieg: 1997 haben 8.447 Personen ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung (HZB) studiert, was einem Anteil von 0,5 Prozent entspricht.
Im Folgenden wird die quantitative Entwicklung des Studiums ohne allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife in Deutschland dargestellt, die Ausführungen sind dabei von der Seite Studieren ohne Abitur – Quantitative Entwicklung in Deutschland entnommen. Grundlage für die Darstellungen sind Sonderauswertungen von Daten des Statistischen Bundesamtes.
Dritter Bildungsweg deutlich etablierter als noch vor 25 Jahren
Insgesamt wurden seit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) zum „Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung“ im Jahr 2009 bereits mehr als 100.000 beruflich qualifizierte Hochschulabsolvent*innen erfolgreich in den Arbeitsmarkt entlassen. Die absolute Zahl der Hochschulabsolvent*innen ohne (Fach-)Abitur liegt seit 2017 konstant zwischen 8.000 und 9.500 Personen und hat sich somit auf relativ hohem Niveau eingependelt. Im Jahr 2024 betrug der Anteil der Hochschulabsolvent*innen ohne (Fach-)Abitur an allen Hochschulabsolvent*innen bundesweit 2 Prozent, was 10.270 Personen entspricht. Ein Studium über den sogenannten „Dritten Bildungsweg“ zu beginnen und am Ende erfolgreich abzuschließen, ist damit in Deutschland deutlich normaler geworden als vor 25 Jahren. Die obige Abbildung zeigt, dass ein Studium ohne (Fach-)Abitur immer noch eher die Ausnahme als die Regel ist – die Zahl der Ausnahmen ist jedoch deutlich gestiegen.
Bei den Erstsemestern ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife stieg die Zahl im Jahr 2024 wieder auf über 13.000, was einem Anteil von 2,7 Prozent an allen Studienanfänger*innen entspricht. Im Vorjahr lag dieser noch marginal niedriger bei 2,6 Prozent.