Studienfinanzierung in Deutschland

Welche Quellen zur Finanzierung nutzen Studierende in Deutschland?

Neunzig Prozent der Studierenden in Deutschland erhalten Unterstützung von Ihren Eltern, 68 Prozent finanzieren sich unter anderem durch einen Nebenjob und 48 der Studierenden in Deutschland setzen eigene Mittel zur Studienfinanzierung ein. Etwas über 11 Prozent der Studierenden erhalten BAföG-Mittel. Sechs von sieben Studierenden nutzen allerdings gar kein staatliches Angebot zur Studienfinanzierung. Sie werden weder durch das BAföG, das Aufstiegsstipendium, das Deutschlandstipendium oder ein Begabtenförderwerk gefördert und nutzen auch keinen Bildungskredit oder KfW-Studienkredit. Das unten stehende Diagramm verdeutlicht den Finanzierung-Mix von Studierenden in Deutschland.

Wie viele Studierende in Deutschland bekommen BAföG?

Im Jahr 2024 erhielten in Deutschland im Monatsdurchschnitt 326.261 Studierende BAföG. Damit zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr wieder ein deutlicher Rückgang – sogar unter das Niveau von 2022. Nachdem die Zahl der BAföG-Empfänger*innen von 2012 bis 2019 kontinuierlich gesunken war, hatte es seit 2019 wieder ansteigende Zahlen gegeben.

2024 erhielten im durchschnittlichen Monatsbestand 11,4 Prozent der Studierenden BAföG (2023: 12,5 Prozent, 2022: 11,5 Prozent, 2021: 11,3 Prozent). In den 70er Jahren gab es BAföG-Geförderten-Quoten von über 40 Prozent – diese Werte werden schon lange nicht mehr erreicht. Von 2014 bis 2020 erreichte die Quote sogar jedes Jahr einen neuen Rekordtiefstand. Von 2020 bis 2023 stieg der Anteil der BAföG-Geförderten wieder leicht an, im Jahr 2024 gab es nun wieder einen Rückgang unter das Niveau von 2022.

Wie viele Studienkredite werden in Deutschland vergeben?

Die Zahl der neu abgeschlossenen Studienkredite in Deutschland sank 2014 bis 2019 um 44 Prozent. Von 2019 auf 2020 dagegen stiegen die Neuverträge sprunghaft an (von 32.792 auf 52.486). Dieser Anstieg ging zu einem großen Teil auf einen Einmaleffekt zurück: ausländische Studierende konnten im Zuge der Corona-Hilfsmaßnahmen befristet bis März 2021 einen KfW-Studienkredit in Anspruch nehmen. Das war allerdings ein rasch verpuffter Sondereffekt; bereits 2021 sank die Zahl der Neuverträge wieder um 37 Prozent (von 52.486 auf 32.919). Von 2021 auf 2022 sackte die Zahl der Neuverträge um weitere 28 Prozent ab (von 32.919 auf 23.820), im Jahr 2023 dann auf einen historischen Tiefstand von nur noch 16.564 Neukund*innen, der 2024 mit nur noch 12.965 neuen Verträgen erneut unterboten wurde.

Laut Anbieterbefragung durch das CHE Centrum für Hochschulentwicklung wurden 2025 von Banken, Darlehenskassen und Bildungsfonds monatlich rund 20 Millionen Euro an Studierende ausgeschüttet – im Durchschnitt 547 Euro pro Person. In den Zahlen sind nicht nur staatliche Angebote berücksichtigt (die aber den Markt mehr als deutlich dominieren), sondern auch solche von Banken, Studierendenwerken und Bildungsfonds. Aktuelle Zahlen hierzu finden sich unter www.CHE-Studienkredit-Test.de.

Weiterführende Informationen


Weitere Hochschuldaten für Deutschland

BAFöG-Empfänger*innen in den einzelnen Bundesländern